Wer gerne Cola trinkt, der weiß, dass in den Deckeln der Coca Cola Flaschen in der Innenseite immer eine 16-stelliger Code steht, den man in der Cokefridge Community als sogenannte Coins einlösen und damit diverse Goodies bekommen kann. Am interessantesten fand ich immer, dass man mit 4 eingelösten Coins einen Gutschein für eine iTunes-Song erhalten konnte.
Da es mir zu mühsam war, jeden neuen Code direkt nach Verzehr einer Cola-Flasche einzugeben, sammelten sich auf meiner Fensterbank immer eine kleine Menge an Flaschen-Deckeln, die ich dann in einem Schwung auf www.cokefridge.de eingelöst habe.
Auf diese Weise habe ich mir den einen oder anderen Song bei iTunes runtergeladen.
Dass ich das Ganze mühsam fand, hat auch mit der rein Flash-basierten Umsetzung der Community zu tun, die manchmal gefühlte 5-Minuten Ladezeiten erzeugt und auch bei Key-Features wie dem Login (warum gibt es beim Login ein Captcha?) oder der Eingabe der 16-stelligen Codes ziemlich frickelig sein kann.
Irgendwann konnte man dann in einem Arbeitsvorgang nicht mehr mehrere Coins für mehrere iTunes-Gutscheine erwerben, sondern musste für jeden Gutschein den selben Vorgang wiederholen.
Da drängte sich mir schon der Eindruck auf, dass man als User der Community im Grunde gegängelt wird und es einem schwer und aufwendig gemacht werden soll, die Coins gegen iTunes-Gutscheine einzutauschen.
Keine Ahnung, ob das die Reaktion auf solche Methoden ist, aber ist mir auch nicht so wichtig, ich bin ein Kunde, der Coca Cola in Maßen gerne trinkt und sich darüber freut, dabei ein kleines Goodie erhalten zu können.
Im Oktober gab es dann einen Relaunch der Cokefridge Community. Seitdem scheint es eigentlich nur noch um das Einlösen von Codes in Coins zu gehen. Das Team hat sich dafür viele unterschiedliche Angebote ausgedacht, für was man seine Coins einsetzen kann. Vor allem viele Gewinnmöglichkeiten in diversen Bereichen, von Gadgets über Reisen bis zu den von mir schon erwähnten iTunes Gutscheinen.
Sind ganz coole Sachen dabei, aber die Gewinnmöglichkeiten dabei erscheinen mir subjektiv sehr klein.
Deswegen ist für mich die Verwendung meiner Coins zum Erwerb von iTunes-Gutscheinen noch immer am attraktivsten.
Nur bei eben diesen zog mit dem Relaunch auch eine Neuerung ein, die für mich das Nutzen der Community und sammeln der Coins zur Zeitverschwendung macht. Schon vorher war es so, dass jeder User innerhalb eines bestimmten Zeitraums (eine Woche?) nur maximal 10 iTunes-Gutscheine erwerben/einlösen konnte. Nun wurde aber auch die Gesamt-Zahl der innerhalb einer Stunde erhältlichen iTunes-Songs drastisch verringert. Im Ergebnis konnte ich meine Coins auch nach Login zu verschiedenen Zeiten nicht gegen einen iTunes-Gutschein einlösen.
Ich hatte deswegen den Cokefridge-Support angeschrieben. Dort erhielt ich die Auskunft, dass die Gutscheine pro Stunde neu ausgelobt würden und ich es einfach mal dann versuchen soll.
Keine Ahnung, wie andere User das machen, aber selbst wenn ich eine Minute nach Stundenbeginn eingeloggt war, gab es keine Gutscheine mehr. Meinte der Support vielleicht irgendwann innerhalb einer Stunde? Keine Ahnung, aber ich möchte auch keine Ratespielchen veranstalten.
Jedenfalls war das für mich das Zeichen, die gesammelten Coins in den schon erwähnten Gewinnspielen zu verballern und mich damit gedanklich von der Cokefridge Community zu verabschieden. Ich bin ja durchaus bereit einen Teil meiner Zeit auch mit der Kommunikation einer Marke zu verwenden, aber dafür muss für mich wenigstens ein bisschen was rauskommen, was mich interessiert.
Vor ein paar Tagen erhielt ich vom CokeFridge Team eine Mail mit folgendem Inhalt (die hat wahrscheinlich jedes Community-Mitglied erhalten):
“Hallo André,
wir überlegen, Coke Fridge zu einer Plattform umzubauen, auf der Ihr Euch auch untereinander vernetzen könnt.
Wir wollen nun herausfinden, wie Ihr das findet und was Euch besonders daran reizen würde. Hierzu führen wir eine wissenschaftliche Umfrage durch, die von Dr. Kai-Uwe Hellmann von der TU Berlin organisiert wird. Die Datenschutzrichtlinien werden dabei uneingeschränkt beachtet.
Einfach auf den unten stehenden Button klicken und den Fragebogen Frage für Frage ausfüllen.”
Klickt man auf den Link kommt man direkt zur Umfrage, die nicht auf der Cokefridge-Website gehostet wird, sondern unter www.unipark.de.
Ok denke ich mir, vielleicht kann ich ja meine Wünsche dort äußern und außerdem finde ich es ohnehin interessant, dass Coca Cola bei der Überlegung Social Network Funktionen einzuführen, vorab eine öffentliche Befragung macht.
Erstmal ein paar Fragen dazu, wie viel Cola ich trinke (sehr viel weniger als noch vor Jahren) und wie oft und warum ich die Cokefridge Community besuche.
Nervig wird es dann in den folgenden Frage-Abschnitten, in denen man zum eigenen Verhältnis zur Marke Coca-Cola gefragt wird.
Da soll man dann zu Statements wie “Ich befinde mich gerne in der Gesellschaft von anderen, die ebenfalls so begeistert Coca-Cola trinken wie ich.” oder “Wenn ich auf eine Party oder in ein Restaurant gehe, fühle ich mich besonders wohl, wenn die anderen auch Coca-Cola trinken.” auf einer fünfteiligen Bewertgunsskala sagen, ob das auf einen zutrifft oder nicht.
Sorry, aber das ist mir zu abgehoben. Mein Leben kreist nicht um einen Brand.
Klar, Antworten auf solche Fragen können für die MaFo-Abteilung vielleicht interessante Erkenntnisse bringen. Ob die dann Aussage-Kraft haben, steht auf einem anderen Blatt. Welche Erkenntnisse das bei den zitierten und weiteren ähnlichen Statements sind, kann Coca Cola ja gerne mal darlegen. Mir jedenfalls haben sich bei diesen Fragen die Fussnägel hochgezogen, weil sie mir einfach zu unreflektiert den eigenen Brand in einen angenommenen Lebensmittelpunkt stellen.
Neben den inhaltlichen Problemen dieser Umfrage, ist sie auch schlicht zu lang. Ich habe nicht mitgezählt wie viele Fragen es insgesamt waren, aber nach einer gefühlten Ewigkeit, war ich erst bei 59% der Umfrage angelangt und habe dann abgebrochen.
Ich hätte das Cokefridge Team gerne meine Meinung wissen lassen, aber dann macht es mir als User doch bitte auch einfach und schickt mich nicht auf eine Tortur als Umfrage. Immerhin kann ich da nix gewinnen, die Zeit die ich investiere ist mein eigener Good will.
An der Umfrage kann übrigens jeder teilnehmen, einfach mal auf www.cokefridge.de gehen und darauf achten, dass der Hinweis zur Umfrage nicht im Popup-Blocker landet.
PS: Übrigens hatte ich den Hinweis auf die aus meiner Sicht zu lang geratene Umfrage per Mail ans Support-Team geschickt. Das eRMS hat erstmal mit der typischen Danke-Mail geantwortet, ein zwei Tage später kam dann folgende kurz gehaltene Antwort:
“Hallo André,
vielen Dank für deine Nachricht.
Gern geben wir dein Feedback an die zuständige Stelle weiter.
Wir wünschen dir weiterhin viel Spaß auf unserem Erlebnisportal und ein
schönes Wochenende.”
Öhm, ja danke Herr oder Frau Textbaustein. Rufen sich mich nicht an, wir rufen Sie an. In diesem Sinne, goodbye Cokefridge!

