Wer es noch nicht weiß, der SPD-Generalsekretär Hubertus Heil weilt zur Zeit auf dem Wahlparteitag der Demokraten und twittert von dort aus.

Das entgeht weder der Blogosphäre noch den etablierten Journalisten von Spiegel und Sueddeutsche. Der Spiegel legt nach dem schriftlichen Artikel ein inhaltsgleiches Video nach. Grundtenor bei beiden ist kaum verbrämter Spot.

Nun kann man über Micro-Blogging-Dienste wie Twitter denken was man mag, aber was beide Artikel recht deutlich zeigen, ist dass die Autoren Twitter, seine Rezeption und die damit erzeugbaren Effekte wohl nicht verstanden haben, vielleicht nicht mal damit beschäftigt haben. Mein Eindruck ist, dass es nur um das Ausschütten von Hohn und Spott geht, nicht um die Analyse warum er das macht und was man damit erreichen könnte. Das ist dann nur leider kein investigativer Journalismus, sondern simple Meinungsmache und der Spaß des Dummen, an dem was er nicht versteht.
Da ist der Artikel der TAZ, so wenig Informationsgehalt er auch hat, eine wahre Wohltat.

Dadurch dass ich die Tweets von Hubertus Heil lese, wird dieser für mich anfaßbarer, menschlicher und ich erlebe (wenn auch nur am Monitor aus dem fernen Düsseldorf) wie ein Politiker so abseits des Tagesschau-Mainstreams tickt. Ich kann ihm selber eine Frage per Tweet schicken und ja Hubertus Heil antwortet auch. Vielleicht kann mir mal einer der Journalisten von Spiegel online oder Sueddeutsche sagen, wo das sonst geht.

Klar in 140 Zeichen passen nur Gedanken-Splitter, Eindrücke, Statusmeldungen. Und wer sich tiefgehend über den Parteitag der Demokraten informieren möchte, der wird mit ein paar Tweets nicht bedient sein, aber das ist wohl kaum das Ziel von Hubertus Heil @ Twitter.

Mich jedenfalls interessieren seine Tweets und machen auf mich in jedem Fall einen glaubwürdigeren Eindruck als die einstudierten Antworten unseres Landesvaters Rüttgers.