Amsterdamm
Montag, 29.03.2004, am frühen Abend geschrieben
Ich musste so gegen 7.00 Uhr aufstehen, damit ich den Zug um 8.39 Uhr nach Amsterdam bekomme und vorher am Bahnhof noch das extragünstige Ticket für einen Tagesausflug kaufen kann.
Zusätzlich hatte ich noch ein paar Bonus-Karten, die man immer bekommt, wenn der Zug eine halbe oder eine ganze Stunde zu spät am Zielbahnhof ankommt. Insgesamt verringerte sich damit der Ticketpreis auf 30 EUR.
Bleiben wir beim Thema. Der Zug hatte 40 Minuten Verspätung. “Aufgrund der Zeitumstellung.” hieß es. Mir mag das nicht einleuchten. Hätte er dann nicht 60 Minuten später kommen müssen? Weiß die Bahn nicht, wann Zeitumstellung ist?
In Amsterdamm angekommen kaufe ich mir erstmal ein Tagesticket für die Öffentlichen Verkehrsmittel und lief dann den Damrak runter.
Ich hatte mir Amsterdamm als eine quirlige, internationale Großstadt vorgestellt. Irgendwie stimmt das auch. Die Bevölkerung ist sehr multikulturell, es gibt viele internationale Restaurants, Cafes und Fastfood-Läden.
Allerdings ist es nicht eine wirkliche Großstadt. Die Häuser sind in Folge des sumpfigen Untergrunds eher klein und es geht beschaulich zu. Die einzigen die Drängeln sind die Farradfahrer. Hier ist es zu empfehlen mit einem beherzten Satz einem herannahenden Zweiradler aus dem Weg zu springen. Gehalten wird nicht.
In ein Museum hatte ich eigentlich nicht geplant zu gehen, da meine Zeit ohnehin recht knapp war. Außerdem ist endlich Frühling.
Aber fürs nächste Mal habe ich mir das Rijk-Museum und das Van-Gogh-Museum schonmal vorgemerkt. Was auffällt ist, dass die Eintrittspreise ziemlich hoch sind. Selbst in Kirchen wird Eintritt verlangt, wobei ich 10 EUR ziemlich hoch finde.
Ein anderer Grund sich zu spurten kann der ständig ertönende Gong der Strassen-Bahnen sein, der schrill ertönt, wenn der Fahrer vermutet, dass man die Bahn nicht bemerkt hat.
Ein paar Klischees:
Natürlich gibt es jede Menge Coffee-Shops und auf den Strassen ist der Cannabis-Geruch nicht zu ignorieren.
Am Rotlichtviertel bin ich nur an den Ausläufern vorbeigekommen. Etwas überrscht schaute ich plötzlich in ein Schaufenster, in dem eine halbnackte Dame mich mit merkwürdig weit aufgerissenen Augen angeschaut hat. Ich hatte gar nicht erwartet in dieser Gegend Rotlicht-Schaufenster zu sehen und war eher überrascht und verdutzt. Ich grinste etwas gezwungen, nickte höflich und ging weiter.
Wirklich schön ist die der Bezirk Jordaan westlich der Innenstadt. Hier gibt es ein paar sehr nette Bars, nette kleine Trödelläden und der Verkehr ist ruhig.
Man irrt ein wenig durch die Grachten, sucht eine Brücke um zur Bar gegenüber zu kommen und beobachtet die Anwohner, wie sie versuchen die Möbel über die Häuseraussenwand in die oberen Stockwerke zu ziehen.
Die Häuser sind meist so eng gebaut, das sperrige Möbel nur über diesen Weg in die Wohnung gelangen können.
Hier liegt auch das Anne-Frank Huis, in dem sie sich mit ihrer Familie vor den Nazis versteckt hielt.
Gegen 19.00 Uhr bin ich wieder zurückgefahren und habe festgestellt, dass mein Tagesticket noch ungenutzt in meinem Portemonaie war. Naja, beim nächsten Mal.


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