An der Küste entlang

Montag, 31.05.2004, spät abends geschrieben

Zu Christi Himmelfahrt fuhren wir nach Belgien und Frankreich. Erst machten wir einen kurzen Stop in Antwerpen, um dann weiter die Küste entlangzufahren bis nach Dünnkirchen.

Was die Belgier definitiv nicht können, sind halbwegs nachvollziehbare Beschilderungen. Kommt man an einem Autobahnschild nach, sagen wir Brügge und Knokke-Heist vorbei und danach nur noch an einem nach Brügge, heisst das nicht, dass man eine Abfahrt verpasst hat. Gut möglich, dass in ein paar Kilometern ein Schild steht, dass nur Knokke-Heist anzeigt und dann wieder eins das nur Brügge erwähnt. Oder ganz was anderes. Wohl dem, der eine halbwegs brauchbare Karte dabei hat.

Ich wusste gar nicht, dass es die aus Südeuropa bekannten Bettenburgen auch im Norden gibt. Fast die gesamte belgische Küste ist mit diesen Wolkenkratzer-ähnlichen Urlauber-Schließfächern vollgestopft. Die meisten sind allerdings keine Hotels, sondern Appartements die man für eine Woche oder so mieten kann.
Wirklich schön ist De Haan. Keine Bettenburgen, trotzdem ein paar Häuser in Strandnähe.

Der Belgier an und für sich scheint klein geraten. Denn sowohl im Hotel in Blankenberge als auch in Brüssel ragten meine Füsse aus dem Bett.

Am Strand spazieren gehen war spitze. Sonne, Wind und manchmal riesige Wellen Richtung Strand beobachten. Längs des Wegs sah man ein paar Ruinen des Atlantikwalls. Reingehen konnte man leider nicht. Ist auch wegen den darin angeblich hausenden Fledermäusen nicht zu empfehlen.

Brüssel war super. Nachdem wir uns durch einen undurschaubaren belgischen Schilderwald bis in die Innenstadt von Brüssel vorgekämpft hatten, gerieten wir in einen Stau.
Wir entdeckten ein Hotel, ich sprang aus dem Auto, sprach mit dem Hotelier (”Pardon Monsier, est ce que vous avez une chambre pour deux personnes, pour aujourd nuit?”), er bejahte, zeigte mir ein Zimmer im dritten Stock mit herrlicher Aussicht, 50 EUR für eine Nacht, ich nickte, lief runter und holte Ruth ein paar Meter weiter im Stau wieder ein.

Während wir in Brüssel waren, lief dort ein homo-lesbischer Umzug. Aus aktuellem Anlass, wurde auch Männekin Piss entsprechend gekleidet.

Ich weiss nicht, ob ganz Brüssel so ist, aber die Ecke beim Place St. Géry ist echt schön. Nette Läden, coole Cafes, Publikum eine Mixtur aus Touris und Einheimischen.
Wirklich ans Herz legen möchte ich jedem das Restaurant Memesse in der Arteveldestraat. Leckere internationale Küche, ausgefallene Cocktails, schön stylish eingerichtet. Der Koch nicht nur ein Meister seines Fachs, sondern ein begnadeter Übersetzer der gesamten Karte und schönen Frauen erfüllt er Sonderwünsche.