Socialmedia-basierte Wahlkampf-Propaganda der Hessen SPD
Sonntag, 11.01.2009, am Nachmittag geschrieben
Der hessische SPD-Spitzenkandidat Schäfer-Gümbel inszeniert sich seit Beginn seiner Wahlkampagne sehr aktiv im Netz.
Ob das eher dem Mut der Verzweifelung entspringt möglichst schnell ein eigenes, markantes Profil zu erzeugen oder so eine Art Test-Ballon der SPD-Strategen für den Bundestagswahlkampf 2009 ist, ist wohl Spekulation.
Twitter gehört nun auch zu den Werkzeugen im Werkzeugkasten von Schäfer-Gümbel. Via @tsghessen twittert er während der Kampagne. Kaum die ersten Tweets gepostet, ergab sich ein über Twitter geführtes Interview zwischen Robert Basic und Schäfer-Gümbel.
Nun ja, was läßt sich daraus schlußfolgern:
Politische Themen via Twitter inhaltlich zu diskutieren, ist etwa so zielführend wie auf Wahlkampfplakaten was anderes als Waschmittel-Werbung-ähnliche Parolen zu pappen. Konsequenter Weise, kam es in den wenigen Tweets zwischen beiden auch nicht zu einer Diskussion über Inhalte sondern eher zu leicht-gewichtigen Fragen.
Mit Schäfer-Gümbel hat ein deutscher Politiker begonnen gezielt moderne internbasierte Tools für die Kommunikation zu nutzen.
Da diese Aktivitäten noch ungewöhnlich und von vielen skeptisch beäugt werden, erzeugen sie einen gewissen Aufmerksamkeits-Buzz. Somit erreichen die Wahlkampf-Strategen von Schäfer-Gümbel ihr Ziel. Gerade mal eine Woche bei Twitter aktiv, ein zahnloses Interview via Twitter, über 1.000 Follower und innerhalb der Web2.0-Szene (mal grob formuliert) Aufmerksamkeit und Widerhall erzeugt.
Offen bleibt die Frage, ob es hierbei mittel- und langfristig zu einer anderen, direktern Form der Kommunikation zwischen Volk und Politikern kommt und ob dieses abseits der eingeübten Wahlkampfreden verlaufen wird.


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