Warum es Twitter in Wahrheit gibt
Sonntag, 04.10.2009, spät abends geschrieben
Sonntag, 26.07.2009, am Abend geschrieben
“Hilfe meine Eltern wollen mich poken, gruscheln, tweeten. Hilfe meine Verwandten sehen, was ich auf Facebook treibe.”
Gefühlt ist es halt doch was anderes, wenn die eigenen Eltern diese nerdigen Spielzeuge adaptieren, oder ob einem Freunde, alte Schulkameraden oder Arbeitskollegen followen.
Ach so an den Rest der Verwandschaft: Ihr findet mich unter suedkind@twitter. Aber keine erhöhten Erwartungen, ich bin dann eher der Typ Selten-Tweets.
Montag, 23.03.2009, am Nachmittag geschrieben
Frühes gab es den Blog-Blues, weniger gefühlte Wichtigkeit, zurückgehender Verlinkungsgrad und mehr Aktivität in anderen, neueren, schöneren Social Media Spielzeugen.
In der letzten Zeit beobachte ich an manchen Stellen ähnliche Syptome im Hinblick auf gehypte Plattformen wie Twitter & Co.
In Web 2.0 Weenies and Bullshit Social Media Economics sinniert Michael Gray über new media douchebags (übersetzt New Media Arschlöcher) und die damit verbundene Aufmerksamkeits-Ökonomie.
An anderer Stelle spitzt man das gehypte Twitter auf:
Wunderbar wie Tweetie (so heißt der Vogel doch?) auf die Frage “Who are they talking to?” antwortet “No one! And everyone …”.
Klar, viel davon erinnert mich an Diskussionen um Blogging, um vermutete Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrome und gefühlten Exhibitionismus. Und doch, ich ertappe mich beim Nicken, wenn der Skeptizist argumentiert. “I don’t care what other people are doing every second of the day.”
Es geht mir aber nicht nur darum, dass nicht jeder Schritt und Tritt für den Rest der Welt interessant ist, sondern um das Digital Noise, das Rauschen an digitalen Informationen, die in ihrer schieren Menge kaum bewältigbar sind. Themen wie Relevanz mal aussen vorgelassen. Wie will man bei mehr als 100 Followern bzw. Leuten denen man selber followt bei Twitter den versendeten Tweets folgen?
Zudem ist man meist nicht nur in einem Social Network aktiv, sondern es kommt noch andere wie Friendfeed hinzu, Social Bookmark Services, Qype, ein eigens Blog, Xing oder Linkedin, Facebook, StudiVZ und so geht das weiter. Menschen haben nur eine begrenzte Aufnahmekapzität und begrenzt Zeit. Deswegen scannen wir Texte, die wir online lesen mit den Augen, deswegen übersehen wir im Supermarkt tausende von Produkten, während wir nach dem suchen, was bisher immer in Gang 12 zu finden war.
Die Massen an Informationen dürfte für viele nicht oder nur schwer bewältigbar sein. Eine Schlussfolgerung dieser Behauptung ist, dass damit einhergehend der Bedarf an Filter-Systemen enorm steigen wird. Denn was ich mir nicht vorstellen kann, ist dass sich das Rad an öffentlicher Selbstinszenierung zurückdrehen lässt.
Solche Filter werden so intelligent sein müssen, dass ich als Nutzer möglichst nichts oder nur wenig konfigurieren muss, wenig bewerten muss und nicht allzu viele Informationen über meine eigenen sozialen Verbindungen eingeben muss (preisgeben schon eher). Sie müssen trotzdem in der Lage sein nicht nur meine bestehenden Interessen zu berücksichtigen, sondern auch zu erkennen, was sonst noch für mich interessant ist, denn sonst werden die angebotenen Informationen Einheitsbrei, badet man im eigenen Saft. Zudem werden diese Filtersysteme immer wieder neue Social Media und sonstige Applikationen mitberücksichtigen müssen, denn wer sagt dass Twitter oder Facebook in zwei Jahren noch relevant sind? Durchaus denkbar, dass sie längst von Anderen abgelöst sind, beispielsweise von personalisierten Filtersystemen.
Im kleinen gibt es sowas schon an vielen Ecken und Enden, aber ich bin gespannt, wo die Reise unter den Stichworten Filtersysteme und Recommendation-Engines hingehen wird.
Sonntag, 01.02.2009, mitten in der Nacht geschrieben
Ich bin ja etwas genervt davon, wie Twitter und all die sich dranhängenden Services durchs virtuelle Dorf getrieben werden.
Klar ich twittere auch, aber eher so lala. Ich bin mal gespannt, ob und wann der Hype abflauen wird. Vielleicht weiß es ja @god.
Vergnüglich fand ich allerdings die Twitter-Lesung aus Hamburg. Exhibitionismus 2.0 trifft Medien-Ironie 2.0.
Direkt-Twitterlesung
Ganz großes Kino sind die Historical Tweets:

Montag, 06.10.2008, spät abends geschrieben
Diese Frage begegnet mir ab und an, und bisher habe ich keine befriedigende, fundierte Antwort gehört.
Meist schwankten die Zahlen so zwischen 2.000 und 5.000, was auch meinem Bauchgefühl entspricht.
@yetused kommt immerhin auf über 10.000 deutsche Twtter-User, was denn doch wesentlich mehr ist. Auch wenn das noch nichts über aktive Accounts oder deren Nutzungs-Frequenz aussagt, ist das doch schon mal ein Anhaltspunkt.
Donnerstag, 28.08.2008, früh morgens geschrieben
Im Nachgang zu gestrigem Posting noch der Hinweis an die Journaille, dass es das einen Crashkurs für Twitter gibt. Dann weiß man vielleicht auch wovon man da schreibt.
Commoncraft (die jede Menge kurze, informative Clips haben) mit: Twitter in Plain English
Mittwoch, 27.08.2008, früh morgens geschrieben
Wer es noch nicht weiß, der SPD-Generalsekretär Hubertus Heil weilt zur Zeit auf dem Wahlparteitag der Demokraten und twittert von dort aus.
Das entgeht weder der Blogosphäre noch den etablierten Journalisten von Spiegel und Sueddeutsche. Der Spiegel legt nach dem schriftlichen Artikel ein inhaltsgleiches Video nach. Grundtenor bei beiden ist kaum verbrämter Spot.
Nun kann man über Micro-Blogging-Dienste wie Twitter denken was man mag, aber was beide Artikel recht deutlich zeigen, ist dass die Autoren Twitter, seine Rezeption und die damit erzeugbaren Effekte wohl nicht verstanden haben, vielleicht nicht mal damit beschäftigt haben. Mein Eindruck ist, dass es nur um das Ausschütten von Hohn und Spott geht, nicht um die Analyse warum er das macht und was man damit erreichen könnte. Das ist dann nur leider kein investigativer Journalismus, sondern simple Meinungsmache und der Spaß des Dummen, an dem was er nicht versteht.
Da ist der Artikel der TAZ, so wenig Informationsgehalt er auch hat, eine wahre Wohltat.
Dadurch dass ich die Tweets von Hubertus Heil lese, wird dieser für mich anfaßbarer, menschlicher und ich erlebe (wenn auch nur am Monitor aus dem fernen Düsseldorf) wie ein Politiker so abseits des Tagesschau-Mainstreams tickt. Ich kann ihm selber eine Frage per Tweet schicken und ja Hubertus Heil antwortet auch. Vielleicht kann mir mal einer der Journalisten von Spiegel online oder Sueddeutsche sagen, wo das sonst geht.
Klar in 140 Zeichen passen nur Gedanken-Splitter, Eindrücke, Statusmeldungen. Und wer sich tiefgehend über den Parteitag der Demokraten informieren möchte, der wird mit ein paar Tweets nicht bedient sein, aber das ist wohl kaum das Ziel von Hubertus Heil @ Twitter.
Mich jedenfalls interessieren seine Tweets und machen auf mich in jedem Fall einen glaubwürdigeren Eindruck als die einstudierten Antworten unseres Landesvaters Rüttgers.
Freitag, 04.01.2008, am Nachmittag geschrieben
Wie schon beim 200sten Tweet wollte ich auch den 250sten Tweet gebührend begehen (ich weiß das ist eigentlich eine popelige Zahl, andere haben da viel mehr Tweets zu bieten).
Auch diesmal gebührend gewürdigt, durch einen Tweet mit der simplen Zeichenfolge “250 ” bis die zulässigen 140 Zeichen aufgebraucht sind. Und auch diesmal kam die geheimnisvolle Botschaft:
“We sent an invite for you! Expect to hear from your friend soon.”
Irgendwie finde ich auch nach ein bisschen googlen keinen Hinweis darauf, welchen Reim man sich darauf machen kann.
Samstag, 08.12.2007, mitten in der Nacht geschrieben
Wollte eben zu Ehren meines 222. Tweets bei Twitter folgendes posten:
“222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 222 ”
Doch mein Tweet wurde nicht gepostet sondern folgende Message kam:
“We sent an invite for you! Expect to hear from your friend soon.”
Ähm … ?
Hat eventuell irgendjemand irgendeine Inivitation zu irgendwas von mir bekommen?
Donnerstag, 06.12.2007, mitten in der Nacht geschrieben
Mmh, in den letzten Tagen bekam ich für meine Tweets stetigen Zulauf in Form von Twitterati (sagt man so?), die exakt einmal vor Monaten einen Tweet gepostet und ab dann die Klappe gehalten haben. Mehr als in ihrem Profil auf ihre halbseidenen Blogs zu verlinken, passiert dort nicht.
Was soll das sein? So eine Art Twitter-basierte SEO?
Steckt was anderes dahinter?
Antworten gerne gesehen in diesem Blog.