Twitter ist kein RSS
Auf dem Fischmarkt wird provokant postuliert Twitter sei das neue RSS.
Das stimmt nicht und doch hat Martin Reckes Artikel einen wahren Kern getroffen.
Allgemein betrachtet, ist RSS ein auf einer Website angebotener Service dessen Format es möglich macht, sich über Updates informieren zu lassen, ohne dafür die Website besuchen zu müssen. Dank des standardisierten Formats ist es möglich die im RSS-Feed bereitgehaltenen Daten nicht für RSS-Reader zu verwenden, sonder z.B. via Widgets auch auf anderen Websites einzubinden.
Gerne verwendet wird RSS auf Blogs, wobei das längst nicht der einzige Anwendungsfall ist. Man braucht nur an RSS-Feeds von Youtube, del.icio.us oder Twitter zu denken.
Ich nutze den RSS-Feed meines Twitter-Accounts, und lasse so auf diesem Blog rechts außen die letzten drei Tweets von mir erscheinen.
Gibt also erst mal keinen Gegensatz zwischen Twitter und RSS.
Was Martin aber eigentlich beschreibt, ist dass die Abonnentenzahlen des Next-Blogs stagnieren, er aber bei Twitter rasante Zuwächse bei den Followern verzeichnet. Nun sagt er nichts über absolute Zahlen, aber die Twitter-Follower übersteigen die Blogleser mittels RSS-Feed-Abonnement.
Überraschend ist das scheinbar vor allem deshalb, weil die Inhalte von RSS-Feed des Blogs und Tweets im Grundge gleich/ähnlich sind, da über den Twitter-Account bisher vor allem die Postings des Next-Blogs inklusive Link gewtittert werden. Wo ist also der Mehrwert für den User?
Ein paar Erklärungen die mir einfallen und die vielleicht nur insgesamt betrachtet und gewichtet ein Bild ergeben:
KISS
Keep it small and simple, Twitter ist nach meinem Gefühl wesentlich einfacher zu verstehen, als das orangene RSS Icon. Bei Twitter melde ich mich, schreibe Messages und empfange welche. Alles klar!
Bei in den Genuss eines RSS Feeds zu kommen, muss ich erst mal wissen, was das Icon bedeutet, wie ich das nutze und wo ich so einen RSS Reader herbekomme. Im Grunde nicht schwer zu verstehen, aber es ist halt mehr Engagment notwendig, als sich irgendwo zu registrieren.
Direkte Kommunikation
Ohne Frage kann man mit beiden Werkzeugen mit seinen Lesern/Followern kommunizieren. Bei Twitter kann ich das aber auch dann, wenn gar kein neues Blog-Posting geschrieben wurde. Man muss also nicht einen passenden Kommentar zu einem Posting schreiben, sondern kann selber die Initiative ergreifen. Zudem ist Twittern was die direkte Kommunikation betrifft einfach schneller.
Spam-Accounts
Bei Twitter followen einem immer wieder Twitter Accounts, die im eigentlichen Sinne Spam-Accounts sind.
Was das bringen soll, hat sich mir noch nicht so richtig erschlossen, aber das ist bei Spam ja ohnehin eine müßige Diskussion.
Ob das ein relevanter Anteil an der Gesamtzahl der Follower ist, muss man im Einzelfall prüfen.
Twitter ist the next hot thing
Ich spare mir mal dazu viel zu sagen. Twitter ist eindeutig Hype und es muss sich erst noch beweisen, ob der Trubel nachhaltig sein wird.
Hype erzeugt natürlich Aufmerksamkeit und Bereitschaft zum mitmachen bei der ohnehin Medien-affinen Zielgruppe.
Mobil wird wichtiger
Reine Vermutung, wäre interessant ob es dazu Nutzungs-Zahlen gibt, aber die Nutzung von Twitter via Mobiltelephon scheint mir wesentlich einfacher, als das Lesen eines Blogs.
PS: Ich bin Follower Nummer 32 beim Fischmarkt.










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